

Liebe Freunde,
Wir möchten Eure Aufmerksamkeit auf die Erd-Charta
lenken, die eine weltweit anerkannte Übereinkunft zur Sicherung
der Zukunft unseres Planeten und der Menschheit im besonderen ist. Mehr
als 2.400 Organisationen, unter ihnen auch die UNESCO; haben sie
bereits unterschrieben.
Wenn ihr sie lest, so werdet ihr feststellen, dass die in der
Erd-Charta formulierten Gedanken auf eine wundervolle Weise in das
Konzept unseres Reiki-Netzwerks passen. Ganz sicher können wir
alle diese Ideen als eine allgemeine Richtschnur für unser
tägliches Leben annehmen. Jene, die die Erd-Charta
niedergeschrieben haben, beziehen sich im wesentlichen auf die Ebene
des Lebens, die wir sehen können, und auf der wir uns bewegen.
Dies ist die Ebene, auf der Spiritualität ihren Wert und Sinn zu
beweisen hat. Die Kombination jener Vorstellungen mit der spirituellen
Sicht unseres Reiki-Netzwerkes "Liebe und Licht für die Welt"
vervollständigt beide Ansätze.
Wir sind sicher, dass ihr leicht die 5 Lebensregeln des Reiki in der
Erd-Charta wiederfinden werdet. Lasst uns noch einmal die Lebensregeln
von Dr. Mikao Usui erinnern:
Gerade heute ärgere dich nicht
Gerade heute sorge dich nicht
Ehre deine Eltern, deine Lehrer und die Älteren
Verdiene Dein Brot ehrlich
Empfinde Dankbarkeit gegenüber allem Lebendigen
D i e E r d - C h a r t a
Präambel
Wir stehen an einem kritischen Punkt der Erdgeschichte, an dem die
Menschheit den Weg in ihre Zukunft wählen muß. Da die Welt
zunehmend miteinander verflochten ist und ökologisch
zerbrechlicher wird, birgt die Zukunft gleichzeitig große
Gefahren und große Chancen. Wollen wir vorankommen, müssen
wir anerkennen, dass wir trotz und gerade in der großartigen
Vielfalt von Kulturen und Lebensformen eine einzige menschliche
Familie, eine globale Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Schicksal. Wir
müssen uns zusammentun, um eine nachhaltige Weltgesellschaft zu
schaffen, die sich auf Achtung1 gegenüber der Natur, die
allgemeinen Menschenrechte, wirtschaftliche Gerechtigkeit und eine
Kultur des Friedens gründet. Auf dem Weg dorthin ist es
unabdingbar, dass wir, die Völker der Erde, Verantwortung
übernehmen füreinander, für die größere
Gemeinschaft allen Lebens und für zukünftige Generationen.
Die Erde, unsere Heimat
Die Menschheit ist Teil eines sich ständig fortentwickelnden
Universums. Unsere Heimat Erde bietet Lebensraum für eine
einzigartige und vielfältige Gemeinschaft von Lebewesen.
Naturgewalten machen das Dasein zu einem herausfordernden und
ungewissen Ereignis, doch die Erde bietet gleichzeitig alle
wesentlichen Voraussetzungen für die Entwicklung des Lebens. Die
Selbstheilungskräfte2 der Gemeinschaft allen Lebens und das
Wohlergehen der Menschheit hängen davon ab, ob es uns gelingt,
eine gesunde Biosphäre zu be-wahren mit all ihren
ökologischen Systemen, dem Artenreichtum ihrer Pflanzen und Tiere,
fruchtbaren Böden, reinen Gewässern und sauberer Luft. Die
globale Umwelt mit ihren endlichen Ressourcen ist der gemeinsamen Sorge
aller Völker anvertraut. Die Lebensfähigkeit, Vielfalt und
Schönheit der Erde zu schützen, ist eine heilige Pflicht.
Die globale Situation
Die vorherrschenden Muster von Produktion und Konsum verursachen
Verwüstungen der Umwelt, Raubbau an den Ressourcen und ein
massives Artensterben. Sie untergraben unsere Gemeinwesen. Die
Erträge der wirtschaftlichen Entwicklung werden nicht gerecht
verteilt und die Kluft zwischen Reichen und Armen vertieft sich.
Ungerechtigkeit, Armut, Unwissenheit und gewalttätige Konflikte
sind weit verbreitet und verursachen große Leiden. Ein
beispielloses Bevölkerungswachstum hat die ökologischen und
sozialen Systeme überlastet. Die Grundlagen globaler Sicherheit
sind bedroht. Dies sind gefährliche Entwicklungen, aber sie sind
nicht unabwendbar.
Die Herausforderungen
Wir haben die Wahl: Entweder bilden wir eine globale Partnerschaft, um
für die Erde und füreinander zu sorgen, oder wir riskieren,
uns selbst und die Vielfalt des Lebens zugrunde zu richten. Notwendig
sind grundlegende Änderungen unserer Werte, Institutionen und
Lebensweise. Wir müssen uns klar machen: sind die
Grundbedürfnisse erst einmal befriedigt, dann bedeutet menschliche
Entwicklung vorrangig "mehr Sein" und nicht "mehr Haben". Wir
verfügen über das Wissen und die Technik, alle zu versorgen
und schädliche Eingriffe in die Umwelt zu vermindern. Das
Entstehen einer weltweiten Zivilgesellschaft schafft neue
Möglichkeiten, eine demokratische und humane Weltordnung
aufzubauen. Unsere ökologischen, sozialen und spirituellen
Herausforderungen sind miteinander verknüpft, und nur zusammen
können wir umfassende Lösungen entwickeln.
Weltweite Verantwortung
Um diese Wünsche zu verwirklichen, müssen wir uns
entschließen, in weltweiter Verant-wortung zu leben und uns mit
der ganzen Weltgemeinschaft genauso zu identifizieren wie mit unseren
Gemeinschaften vor Ort. Wir sind zugleich Bürgerinnen und
Bürger verschiedener Nationen und der Einen Welt, in der Lokales
und Globales miteinander verknüpft ist. Jeder Mensch ist
mitverantwortlich für das gegenwärtige und zukünftige
Wohlergehen der Menschheitsfamilie und für das Leben auf der Erde.
Der Geist menschlicher Solidarität und die Einsicht in die
Verwandtschaft alles Lebendigen werden gestärkt, wenn wir in
Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Seins, in Dankbarkeit für das
Geschenk des Lebens und in Bescheidenheit hinsichtlich des Platzes der
Menschen in der Natur leben. Für das ethische Fundament der
entstehenden Weltgemeinschaft brauchen wir dringend eine gemeinsame
Vision von Grundwerten.
http://www.earthcharter.org/
1 Das engl. „respect“ haben
wir fast durchgehend mit „Achtung“ übersetzt; dabei
kann es im Einzelnen durchaus auch die Bedeutung von
„Respekt“ oder „Ehrfurcht“ haben. Beides klingt
aber auch in „Achtung“ mit an. Der Begriff
„Respekt“ allein wäre uns in der Übersetzung zu
wenig gewesen. Die anderen Konnotationen sind also jeweils mit zu
hören. 2 Englisch: „resilience“
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